1986

 

Südtirols Musikszene steckt in einer Krise. Der schwierige Sprung vom Probelokal auf die Bühne, wenn man nicht gerade Tanzmusik spielt. Noch schwieriger scheint der Weg ins Aufnahmestudio, der nur mit hohen Kosten zu bewältigen ist. Kosten, die sich Liedermacher und Rockbands in den allermeisten Fällen nicht leisten können. In dieser Zeit reift in den Köpfen von Walter Eschgfäller und Willy Vontavon die Idee, ein gemeinsames Projekt in Angtriff zu nehmen: Man müsste versuchen, die besten Liedermacher und Bands Südtirols auf einen Tonträger zu vereinen. Die Idee wird drei mal verworfen: Die Finanzierung scheint unmöglich. Ein Tag im Aufnahmestudio kostet etwa 800.000 Lire. 30 Tage braucht man, wenn zehn verschiedene Gruppen je ein Lied aufnehmen wollen. Peter Ghirardini vom Eppaner Aria Studio wird kontaktiert. Er wirft die Kalkulation über den Haufen. Kompromisse – der Südtiroler Musikszene zuliebe. Das Ziel des Projekts wird definiert: Die Förderung der heimischen Musikszene. Die Gruppen sollen die Möglichkeit erhalten, unter professionellen Bedingungen Studioaufnahmen zu machen und auf Tournee zu gehen. Eine Ausschreibung wird in den Zeitungen veröffentlicht: „Liedermacher gesucht“. Die Resonanz ist ermutigend. Die Szene scheint aufzuwachen. Viele Demo-Bänder trudeln ein, manchmal in erstaunlicher Qualität. Talente, die jahrelang verborgen geblieben waren.